Was ist ein Mandala?
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Mandalas
sind typische Merkmale einer religiösen Bildsprache, die sich durch den Buddhismus von Indien aus in allen umliegenden
asiatischen Kulturen verbreitet hat. Ein maṇḍala (jap. mandara) ist im wesentlichen eine
schematische Darstellung der kosmischen Ordnung. Die klassischen Mandalas
besitzen meist eine geometrische Struktur, die den vier Himmelsrichtungen
entspricht. Man findet sie unter anderem im tibetischen Buddhismus, wo Mönche
im Verlauf einer spektakulären Zeremonie kunstvolle Mandalas mit buntem
Sand auf den Boden malen, um sie nach Beendigung der Zeremonie wieder zu verwischen.
Dieser Ritus wird in Japan nicht praktiziert, doch spielen Mandalas auch
hier eine zentrale Rolle, ganz besonders im sogenannten esoterischen Buddhismus
(mikkyō).
Vajra-Welt
und Mutterschoß-Welt
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Kongō-kai
und Taizō-kai Mandara
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Mandalas
der beiden Welten
Die rituelle Verwendung von
Mandalas lässt sich in Japan bis zu Kūkai, dem Begründer des Shingon Buddhismus,
zurückverfolgen. Kūkai stellte zwei Mandalas in den Mittelpunkt seiner
Lehre, die bis heute alle anderen an Bedeutung übertreffen: Das Kongōkai mandara (Vajra-Welt-Mandala) und das Taizōkai mandara (Mutterschoß-Welt Mandala). In
beiden nimmt Dainichi
Nyorai (Buddha Vairocana),
der Hauptbuddha des Shingon Buddhismus, die zentrale Position ein, aber
jeweils in einer anderen Haltung, was zwei unterschiedliche, aber einander
entsprechende Aspekte dieses Buddhas symbolisiert. Die beiden Mandalas
bilden also ein Paar und werden daher auch Ryōgai mandara oder Ryōbu mandara, Mandalas der beiden
Welten, genannt.
Laut Shingon-Lehre repräsentieren die beiden
Welten die abstrakte Daseinsform (vajra), und die konkret erfahrbare
Daseinsform (Mutterschoß) des Dainichi, der im Shingon Buddhismus als
kosmischer Buddha gilt. Auch andere Gegensätze wie Weisheit-Mitgefühl oder
Prinzip-Realität und ähnliche mehr werden mit den beiden Mandalas verknüpft.
In der Praxis ist die genaue Bedeutung der beiden Mandalas aber weniger
wichtig als ihre rituelle Funktion.
Taima
Mandala
Nicht alle Mandalas sind so
streng geometrisch gegliedert, wie die beiden oben abgebildeten. Das in
Japan ebenfalls weithin bekannte Taima mandara ist beispielsweise ein vergleichsweise „realistisches“
Abbild des Reinen Landes von Buddha Amida, eine Art Paradies, das als prunkvoller Palast erscheint.
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Vajra-Welt und Mutterschoß-Welt
Die rituelle Verwendung von Mandalas lässt sich in Japan bis zu Kūkai, dem Begründer des Shingon Buddhismus, zurückverfolgen. Kūkai stellte zwei Mandalas in den Mittelpunkt seiner Lehre, die bis heute alle anderen an Bedeutung übertreffen: Das Kongōkai mandara (Vajra-Welt-Mandala) und das Taizōkai mandara (Mutterschoß-Welt Mandala). In beiden nimmt Dainichi Nyorai (Buddha Vairocana), der Hauptbuddha des Shingon Buddhismus, die zentrale Position ein, aber jeweils in einer anderen Haltung, was zwei unterschiedliche, aber einander entsprechende Aspekte dieses Buddhas symbolisiert. Die beiden Mandalas bilden also ein Paar und werden daher auch Ryōgai mandara oder Ryōbu mandara, Mandalas der beiden Welten, genannt.Laut Shingon-Lehre repräsentieren die beiden Welten die abstrakte Daseinsform (vajra), und die konkret erfahrbare Daseinsform (Mutterschoß) des Dainichi, der im Shingon Buddhismus als kosmischer Buddha gilt. Auch andere Gegensätze wie Weisheit-Mitgefühl oder Prinzip-Realität und ähnliche mehr werden mit den beiden Mandalas verknüpft. In der Praxis ist die genaue Bedeutung der beiden Mandalas aber weniger wichtig als ihre rituelle Funktion.
Nicht alle Mandalas sind so streng geometrisch gegliedert, wie die beiden oben abgebildeten. Das in Japan ebenfalls weithin bekannte Taima mandara ist beispielsweise ein vergleichsweise „realistisches“ Abbild des Reinen Landes von Buddha Amida, eine Art Paradies, das als prunkvoller Palast erscheint.
In Japan hat man den Begriff mandara darüber hinaus auch auf die eigene Landschaft bezogen. Es gibt daher verschiedene Mandalas, die vergleichsweise realistisch ein bestimmtes lokales Heiligtum — einen Tempel oder Schrein — inmitten einer heiligen Landschaft darstellen, die von zahlreichen Buddhas, Göttern und Dämonen des einheimischen Pantheons bevölkert ist. Das lokale Heiligtum wird auf diese Weise als Zentrum eines spirituellen Kosmos dargestellt, in dem sowohl Figuren aus dem Diesseits, als auch aus dem Jenseits (z.B. aus den sogenannten sechs Bereichen der Wiedergeburt) vertreten sind. Diese Mandalas erfreuten sich vor allem im Zusammenhang mit dem Pilgerwesen besonderer Beliebtheit, denn sie dienten als eine Art Guidebook und Werbemittel in einem. Einerseits stellten sie die charakteristischen Merkmale der Bauwerke und Statuen zur Schau, andererseits wurden sie aber auch verwendet, um der allgemeinen Bevölkerung eine Vorstellung von der buddhistischen Hölle und dem buddhistischen Paradies zu vermitteln und sie dazu anzuhalten, sich durch eine Pilgerfahrt um eine möglichst günstige Wiedergeburt zu bemühen. Berühmte Beispiele sind um das Pilgerzentrum Kumano (Präfektur Wakayama) oder um den Kasuga Schrein in Nara entstanden.
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