Dienstag, 28. Juli 2015

Die hebräische Schrift. BLOG HJB68



Die hebräische Schrift.BLOG von HJB68


Sie erlernen im Laufe Ihres Fernstudiums bereits relativ früh die hebräische Schrift, Sprache bzw. das hebräische Alphabet. Letzteres wird nach den ersten beiden Buchstaben Aleph und Beth auch Alephbeth genannt. Dabei handelt es sich um eine letztlich auf die Schrift der Phöniker zurückreichende und etwa im 6. Jahrhundert v.d.Z. aus der aramäischen Schrift entwickelte, von rechts nach links laufend geschriebene, Quadratschrift. Die hebräische Schrift ist seit dem 1. Jahrhundert v.d.Z. bei den Juden vorherrschend. Im Mittelalter entwickelte sich daraus in Mitteleuropa das sog. »Halbkursive«, die Raschi-Schrift – nach dem großen jüdischen Gelehrten Rashi (Rabbi Shlomo Yitzchaki, 1o40-11o5 v.d.Z.) – die vor allem im religiös-gesetzlichen Schrifttum verwendet wurde. Heute gibt es neben der Quadratschrift (die hier abgebildeten Buchstaben) eine Kursive, die für handgeschriebene Texte verwendet wird.
Das hebräische Alphabet besteht aus 22 Buchstaben, also genaugenommen sogar aus 22 Konsonanten, da Vokale im Hebräischen nicht – oder nur sehr selten – geschrieben werden u. in der Regel durch Punkte oder andere Zeichen auf oder unter den Konsonanten gesetzt werden. Von diesen 22 Buchstaben erhalten 5 eine andere Schreibweise, sofern sie die Endbuchstaben eines Wortes darstellen, so dass man insgesamt von 27 Buchstaben sprechen kann, welche als Zahlen auch in drei Klassen eingeteilt werden:
  • Die Einer,
  • Die Zehner,
  • Die Hunderter.
Wird das betreffende Zeichen größer als die anderen Zeichen geschrieben, gilt es als Tausender. Aber auch hierbei gibt es eine Reihe von Ausnahmen, da vor allem das Wort JHVH (Jehova) und alles was damit in Verbindung steht, als heilig betrachtet wird, und nicht ausgesprochen oder für profane Wort- und Zahlinterpretationen verwendet werden darf. So wird die Zahl 15 nicht mit 10+5 (Jod + He) – eben in diesem Fall gleich lautend mit dem Anfang des göttlichen Namens JHVH – , sondern mit 9+6 (Teth + Vau) geschrieben.
Wer die Sprache in Wort und Schrift beherrscht, benötigt kaum Vokalzeichen, um Hebräisch korrekt aussprechen und schreiben zu können. Die meisten hebräischen Sätze werden deshalb im heutigen Israel ohne Vokale und -zeichen geschrieben. Als Hilfsmittel bei der Aussprache ist ein System von Punkten und Strichen entwickelt worden. Diese werden über oder unter dem Buchstaben geschrieben. Ein Text mit derartigen Zeichen wird auch vokalisierter Text genannt. Beim Lesen werden aufgrund von bestehenden Vokalismusregeln Vokale und Konsonantenverdoppelungen ergänzt. Um ein korrektes Lesen sicherzustellen, wurden wichtige Texte (z.B. Bibel, Gesetze, Lyrik u.a.) nach festgelegten Regeln vokalisiert (Massorah).
Als das Hebräisch noch eine »lebende« Sprache war, waren diese besonderen Vokalzeichen zum Verständnis der Schrift, die ja nur Konsonantenzeichen aufwies, nicht erforderlich. Als aber nach dem Absterben der Sprache Verständnis und auch Aussprache der Urtexte immer schwieriger wurden, begann man, durch diese kleinen Striche und Punkte die Vokale in den Wörtern anzudeuten. Daraus entstand wiederum bald ein vollständiges Vokalisierungssystem.
Das Hebräisch ist eine der wichtigsten Sprachen zum Verständnis hermetischer, kabbalistischer u. magischer Schriften, da vor allem die Urtexte in dieser Sprache verfasst wurden. Das größte Problem stellt hierbei die Deutung der Urtexte (Hermeneutik), sowie deren Übertragung in andere Sprachen (Transliteration, Transkription), dar. Bei der Übertragung dieser Urtexte in andere Sprachen steht quasi jeder Übersetzer vor der Vokalisierungsproblematik des geschriebenen Wortes und dessen Interpretation.
Hebräische Buchstaben repräsentieren auch gleichzeitig Zahlzeichen und stellen somit einen eigenen festen Zahlenwert dar; im Gegensatz zu allen europäischen Sprachen, die für Zahlen eigene Zeichen verwenden. Diesen Zahlenwert macht man sich beim sog. »Notariqon« zunutze, d.i. einem Teil der praktischen Kabbalah, in dem jeder Buchstabe eines Wortes als Teil eines weiteren oder neuen Wortes verwendet wird.
Wer sich mit der griechischen Sprache auskennt, sieht zweifellos Ähnlichkeiten hinsichtlich der Namen und der Reihenfolge der Buchstaben.

Die 22 hebräischen Buchstaben
Tabelle I (Quadratschrift)



Hebr.
Bez.
Bedeutung
Vokal-
laut
Laut-
wert
Beispiel
QBLH
Pfad
Zahlen-
wert
Symbol
Tarotkarte
1
a
Aleph
(Alef)
Ochse
Qames
a
Konsonant, kein Vokal!
– stummer Laut –
11
1
Luft
Der Narr
2
b
Beth
(Bet)
Haus
Sere
v
w
wie das spanische »b«
zwischen zwei Vokalen
12
2
Merkur
Der Magier
Dagesch
B
Beth
(Bet)


b
stimmhaftes »b«
wie im deutschen


3
g
Gimel
(Gimmel)
Kamel
Chireq
g
stimmhaftes »g«
wie im deutschen
12
3
Mond
Die Hohepriesterin
Dagesch
G
Gimel
(Gimmel)


g
stimmhafter
Gaumenverschlusslaut



´g
Gimel
(Gimmel)


tsch
bei Fremdwörtern:
»g« wie im engl. »George«


4
d
Daleth
(Dalet)
Tür
Qames
d
wie »th« im engl. »the«
14
4
Venus
Die Herrscherin
Dagesch
D
Daleth
(Dalet)


d
stimmhaftes »d«
wie im deutschen


5
h
He
Fenster
Sere
h
Hauchlaut wie im deutschen
am Wortende ein Vokalträger
oder stumm
15
5
Widder
Der Herrscher
Dagesch
H
He


h
am Wortende als Hauchlaut


6
v
Vav
(Waw)
Haken/Nagel
Qames
w
»w« wie im deutschen
ohne Unterschied zum Beth
16
6
Stier
Der Hierophant
Dagesch
O
Vav
(Waw)


o
als Vokalträger
»o« wie im deutschen


Dagesch
V
Vav
(Waw)


u
als Vokalträger
»u« wie im deutschen


7
z
Zajin
(Sajin)
Waffe/Schwert
Qames
s
z
stimmhaftes »s«
wie im deutschen;
wie das französische »z«
17
7
Zwillinge
Die Liebenden

´z
Zajin
(Sajin)


sch
bei Fremdwörtern:
wie in »Garage« oder »Journal«


8
x
Cheth
(Chet)
Zaun
Sere
ch
ein »ach«-Laut
wie im deutschen
18
8
Krebs
Der Wagen
9
u
Teth
(Tet)
Schlange
Sere
t
»t« wie im deutschen
ohne Unterschied zum Taw
19
9
Löwe
Die Kraft
10
y
Jod
(Jud)
(Yod)
Hand
Cholem
i
j
y
als Konsonant wie das deutsche »j«
als Vokal wie das dtsch. »i« oder »e«
20
10
Jungfrau
Der Eremit
11
k
Kaph
(Kaf)
(Kav)
Handfläche
Qames
ch
dem »ch« im deutschen
»ich« entsprechend
21
20
Jupiter
Das Schicksalsrad
Dagesch
K
Kaph
(Kaf)
(Kav)


k
dem deutschen »k« entsprechend
ein unbehauchtes »k«


12
l
Lamed
Ochsentreibstock
Qames
l
wie ein deutsches »l« in »Land«
22
30
Waage
Das Gericht
13
m
Mem
Wasser
Sere
m
wie ein deutsches »m«
23
40
Wasser
Der Gehängte
14
n
Nun
Fisch
Shureq
n
wie ein deutsches »n«
24
50
Skorpion
Der Tod
15
c
Samech
(Samekh)
Propf/Pfahl
Qames
s
sz
ß
wie ein deutsches »ß« in »beißen«
25
60
Schütze
Der Ausgleich
16
i
Ajin
(Ayin)
Auge
Qames
a
o
europäische Sprachen kennen
keinen vergleichbaren Laut
26
70
Steinbock
Der Teufel
17
p
Pe
Mund
Sere
f
wie ein deutsches »f«
27
80
Mars
Der Turm
Dagesch
P
Pe


f
wie der deutsche Verschlusslaut »p«


18
j
Tzadi
(Zadi)
Angelhaken
Qames
ts
wie ein stimmloses »s«
oder »ts« im deutschen
28
90
Wassermann
Der Stern

´j
Tzadi
(Zadi)


tsch
bei Fremdwörtern:
wie in »Charterflug«


19
q
Koph
(Qoph)
(Kuf)
Hinterkopf
Cholem
k
wie ein deutsches »k«
aber etwas weicher (Zunge an Gaumen)
29
100
Fische
Der Mond
20
r
Resch
(Resh)
(Umgekehrter) Kopf
Sere
r
wie ein deutsches »r«
30
200
Sonne
Die Sonne
21
> 
Schin
(Shin)
Zahn
Chireq
s
zwischen stimmlosen »s« und »sch«
31
300
Feuer
Das Urteil
Dagesch
w
Schin
(Shin)


s
entspricht deutschem »sch«


22
t
Tav
(Tau)
(Taw)
Kreuz
Qames
t
»th« wie im englischen »think«
32
400
Saturn
Die Welt
Dagesch
T
Tav
(Tau)
(Taw)


t
unbehauchtes »t«
wie im deutschen



Die 22 hebräischen Buchstaben
Tabelle II (Quadratschrift)


Zahlwert
Buchstabe
Hebr.
Name
Bedeutung
Bezeichnung
Äußerer Wert
Voller Wert
Verborg. Wert
Phonetisch
1
Aleph
a
[la
Ochse
Mutter
1
111
110
Kehllaut
2
Beth
b
tyb
Haus
Doppelt
2
412
410
Lippenlaut
3
Gimel
g
lmg
Kamel
Doppelt
3
73
70
Gaumenlaut
4
Daleth
d
tld
Tür
Doppelt
4
434
430
Zungenlaut
5
He
h
ah
Fenster
Einfach
5
6
1
Kehllaut
6
Vav
v
vv
Haken
Einfach
6
12
6
Lippenlaut
7
Zajin
z
]yz
Waffe
Einfach
7
67
(717)
60
(710)
Zahnlaut
8
Cheth
x
tyx
Zaun
Einfach
8
418
410
Kehllaut
9
Teth
u
tyu
Schlange
Einfach
9
419
410
Zungenlaut
10
Jod
y
dvy
Hand
Einfach
10
20
10
Gaumenlaut
20
Kaph
k
[k
offene Hand
Doppelt
20
120
(820)
100
(800)
Gaumenlaut
30
Lamed
l
dml
Ochsenstachel
Einfach
30
74
44
Zungenlaut
40
Mem
m
,m
Wasser
Mutter
40
80
(640)
40
(600)
Lippenlaut
50
Nun
n
]vn
Fisch
Einfach
50
106
(756)
56
(706)
Zungenlaut
60
Samech
c
!mc
Pfropf/en
Einfach
60
120
(600)
60
(540)
Zahnlaut
70
Ajin
i
]yi
Auge
Einfach
70
130
(780)
60
(710)
Kehllaut
80
Pe
p
ap
Mund
Doppelt
80
81
1
Lippenlaut
90
Tzadi
j
ydj
Angelhaken
Einfach
90
104
14
Zahnlaut
100
Qoph
q
[vq
Hinterkopf
Einfach
100
186
(906)
86
(806)
Zahnlaut
200
Resch
r
>yr
Kopf
Doppelt
200
510
310
Zahnlaut
300
Schin
> 
]y>
Zahn
Mutter
300
360
(1010)
60
(710)
Zahnlaut
400
Tav
t
vt
Kreuz
Doppelt
400
406
6
Zungenlaut

Die 5 hebräischen Buchstaben am Wortende (sofit)
(Quadratschrift)


Hebr.
Bezeichnung
Zahlenwert
; ?
Kaph sofit
500
,
Mem sofit
600
]
Nun sofit
700
[ {
Pe sofit
800
/
Zade sofit
900

Leicht zu verwechselnde hebräische Buchstaben
(Quadratschrift)


Hebr.
Bez.
vs.
Hebr.
Bez.
z
Sajin
ó
v
Waw
v
Waw
ó
]
Nun sofit
,
Mem sofit
ó
c
Samech
u
Teth
ó
m
Mem
d
Daleth
ó
r
Resch
g
Gimel
ó
n
Nun
h
He
ó
x
Cheth
b
Beth
ó
k
Kaph
h
He
ó
t
Taw
j
Zade
ó
i
Ajin
]
Nun sofit
ó
;
Kaph sofit


Hebräische Vokal- und Lesezeichen
(Quadratschrift)


Bezeichnung
Vokalzeichen
für
Aussprache
Anwendung
Cholem
0
o
kurzes bis langes »o«
ein Punkt über der linken Ecke eines Konsonantenbuchstaben
Chireq
.
i
kurzes bis langes »i«
ein Punkt in der Mitte unter einem Konsonantenbuchstaben
Patach
_
a
kurzes, klares »a«
waagrechter Strich unter einem Konsonantenbuchstaben
Qames
f
a,o
dumpfes »a« mittlerer Länge wie im engl. »wall«
waagrechter Strich mit mittigem senkrechtem Strich unter einem Konsonantenbuchstaben
Qibbuz
(Shureq)
\
u
kurzes »u«
drei Punkte unter einem Konsonantenbuchstaben, in einer schrägen Reihe von links oben nach rechts unten verlaufend
Shureq
O
e,æ
langes »u«
ein Waw mit einem Punkt links auf halber Höhe unterhalb des Ausstrichs
Schwa
:
e
ein Silbenschlusszeichen oder als Murmellaut wie das »e« in »laufen«
zwei senkrecht untereinander stehende Punkte unter einem Konsonantenbuchstaben
Segol
e
e,æ
kurzes offenes »e« mittlerer Länge
drei Punkte in Form eines nach unten zeigenden Dreiecks unter einem Konsonantenbuchstaben
Sere
e
langes geschlossenes »e«
zwei parallele Punkte unter einem Konsonantenbuchstaben

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen